1963...Während der Wirtschaftskrise zu Beginn des vorigen Jahrhunderts schickte die Urgroßmutter von Jörg Leibold-Meid ihre sechs Kinder vom Stammhaus „Kofferhaus Meid“ in Fulda aus, sich bundesweit auf eigene Füße zu stellen. So eröffnete der Großvater Wilhelm Meid nach dem schwarzen Freitag der Berliner Börse 1927 sein erstes Fachgeschäft in Halberstadt im Harz. Obwohl es zwei Jahre später auch an der amerikanischen Börse zum Crash kam und es um die allgemeine wirtschaftliche Lage nicht gut stand, entschloss er sich 1930 sein zweites Geschäft in Erfurt zu eröffnen.

WilhelLeder Meid 1963m Meid wurde dann in den Krieg eingezogen und ein Bombenangriff zerstörte 1945 beide Geschäfte sowie das Wohnhaus. Im Dezember 1948 kam er nach russischer Kriegsgefangenschaft zu Ehefrau Wally und Tochter Vera Meid zurück, die in das Stammhaus seiner Eltern geflüchtet waren. Als sogenannter Ostflüchtling  musste er sich 1949 in Aufnahmelager Gießen registrieren lassen. Dabei sah er sich in der Stadt um und entschied sich für Mittelhessen als seine neue Heimat.

Geschäftshaus KreuzplatzDeutschland befand sich nun vor allem durch seine politische Anbindung an den Westen und durch die Einführung der sozialen Marktwirtschaft in einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Am 03.12.1950 eröffneten Wilhelm und Wally Meid das Geschäftshaus Leder-Meid mit Koffern, Taschen und Reisegepäck im Seltersweg 6. 1955 kam dann die Meid-Filiale in Wetzlar durch Vera Meid, der Mutter des heutigen Inhabers, hinzu. Acht Jahre später eröffnete Vera Meid noch ein weiteres Fachgeschäft für Lederbekleidung am Kreuzplatz 9-10, in dem sie Trachten und Landhausmode kombinierte.

"Mode Meid" nach UmbauAnfang 2008 entschied sich die damals 78-jährige Eigentümerin Vera Meid, das Geschäft am Kreuzplatz aufzugeben und startete einen Räumungsverkauf. Das Geschäft am Seltersweg blieb davon unberührt. Nach dem Tod von Vera Meid im März 2008 übernahm Jörg Leibold-Meid am 1.11.2008 die Firma L+M GmbH & Co.KG am Kreuzplatz und begann nach dem längstem Räumungsverkauf der Stadt Gießen mit dem wohl kürzesten Umbau. Am 02.März 2009 war es dann soweit: Ganz in der Tradition seines Großvaters und der weltwirtschaftlichen Krise zum Trotz eröffnet Jörg Leibold-Meid mit seiner Familie (Ehefrau Kerstin und den beiden Söhnen Christoph und Patrick) das Bekleidungshaus „Mode Meid“ neu.

Ein Modehaus für Damen und Herren, das Platz genug bietet, Bewährtes, wie die traditionelle Landhaus- und Trachtenmode, fortzuführen. Dem Zeitgeist entsprechend finden sich hier nun auch Outdoor-Jacken und Mäntel.

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